Schachfreunde Riedlingen e.V.

Riedlingen I gewinnt gegen Laupheim II

Im Spiel in der Kreisliga im Schach wurde die erste Mannschaft der Riedlinger ihrer Favoritenrolle gegen Laupheim II gerecht. An allen Brettern wiesen die Riedlinger Spieler die höheren DWZ-Zahlen auf. Dennoch dauerte es mehrere Stunden, bis der Erfolg nach spannenden und gehaltvollen Partien wirklich unter Dach und Fach war.

Hassan Hafes griff frühzeitig mit den schwarzen Figuren die Rochadestellung von Yahya Rahimi an, indem er „Garry“, seinen g-Bauern, nach vorne schob. Es ergaben sich Schwächen um den weißen König, die Hafes nach munterem Figurenspiel in einer sehenswerten Kombination ausnutzte, um mit Läufer und Dame undeckbar Matt zu drohen. Kurz darauf schloss Klaus Rieber seine tolle Angriffspartie, eine echte Miniatur, ab, indem er Frederico Aberle einen angegriffenen Turm auf dem Feld f6 vom schwarzen König schlagen ließ, diesem aber mit Läufer und Dame den Rückweg abschneiden konnte, so dass der unscheinbar ein Feld vorrückende e-Bauer matt setzen konnte. So ging Riedlingen früh mit 2:0 in Führung. Für den Anschlusspunkt für Laupheim sorgte Franz Weckenmann gegen Jan Fuchsloch. Weckenmann schob in einer sizilianischen Partie seine Bauern am Königsflügel voran und konnte den Angriff mit Dame, Springer und Turm erfolgreich zum Abschluss bringen. Thomas Kromer fand sich mit Schwarz gegen Zvonimir Zuger in einer symmetrischen Stellung des italienischen Vierspringerspiels wieder. Keiner der Kontrahenten konnte wirklichen Vorteil erringen, auch das resultierende Turmendspiel war nach Abtausch der meisten Bauern ausgeglichen-Remis. Nun aber dauerte es eineinhalb Stunden bis die nächste Partie entschieden war. Rolf App hatte mit Weiß früh einen Springer geopfert um Angriffschancen gegen den König von Thomas Bejga zu erhalten. Schwarz behielt zwar geringen Materialvorteil, die offene Königsstellung ermöglichte aber App, mit seiner Dame durch Schachgebote und Doppelangriffe schwierige Probleme aufzustellen. Der Gewinn eines Läufers war der Lohn, im resultierenden Endspiel mit Leichtfiguren und Bauern entschied App nach taktischem Schlagabtausch die Partie für sich. Peter Schilling hatte mit den weißen Figuren in einem Damengambit im frühen Mittelspiel einen Springer gewonnen. Josef Gall konnte zwar noch einen nicht ungefährlichen Gegenangriff mit zwei Türmen und der Dame gegen den weißen König aufbauen, Schilling konterte aber alle Drohungen, auch der schwarze König stand nicht solide. Im Endspiel verwertete Schilling seinen Vorteil mit sicherer Technik. Damit war der Riedlinger Mannschaftssieg schließlich gesichert. Julian Kreutzer hatte mit Weiß in einem Smith-Morra-Gambit der sizilianischen Eröffnung im Mittelspiel in taktischen Verwicklungen mit einer schönen Kombination durch ein Doppelschach, dem stärksten Angriffszug im Schach, einen Turm für einen Springer gewonnen. Martin Gröner verteidigte sich aber geschickt, tauschte Figuren ab und konnte das verbliebene Endspiel remis halten, da die wenigen verbliebenen weißen Bauern isoliert und verdoppelt waren, wodurch der weiße Materialvorteil ausgeglichen wurde. In der letzten Partie eroberte Mahmoud Zyadah mit Schwarz in einer Kalaschnikow-Variante der sizilianischen Verteidigung durch ein gewagtes Springeropfer, das Weiß nicht annehmen wollte, früh einen Bauern. Längere Zeit war die Stellung im dynamischen Gleichgewicht. Als Franz-Anton Schauwecker im späten Mittelspiel versuchte, mit seiner Dame Material am Damenflügel zu erobern konnte Zyadah mit seinem Turm die zweite Reihe im weißen Lager besetzen und mit diesem und der Dame schwer abzuwehrende Mattdrohungen gegen den weißen König aufstellen. Ohne wirkliche Aussicht auf wirksame Verteidigung für Weiß ging dieser letzte Punkt an Riedlingen. Damit stand der letztlich deutliche 6:2 Erfolg der Riedlinger fest. Riedlingen liegt damit zwei Spieltage vor Schluss auf einem guten dritten Tabellenplatz. An der Spitze liegt unangefochten Biberach III mit zwei Punkten Vorsprung auf Berghülen I und hat damit beste Aussichten auf den Aufstieg in die Bezirksliga.

Thomas Kromer

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